Was jeder Musiker von der Hammondorgel lernen kann

Die Hammondorgel ist ein geheimnisvolles Biest. Sie muss wie Technologie aus dem Weltraumzeitalter gewirkt haben, als sie in den 1930er-Jahren auftauchte, und selbst heute hat das Instrument noch etwas von Dr. Who an sich.
Für eine Weile in den 1960er-Jahren gab es kaum einen Charthit, der keine Hammondorgel enthielt, und Organisten wie Booker T Jones wurden zu bekannten Namen.
Nachdem es aus dem Rampenlicht verschwunden war, reitet das Hammond auf einer Retro-Welle zurück in den Äther, mit Ass-Spielern wie Cory Henry von Snarky Puppy und Woody Goss von Vulfpeck, die neue Generationen begeistern.
Manche Songs stellen das Hammond in den Vordergrund – Green Onions von Booker T ist das offensichtliche Beispiel – aber es ist eher als eine Art Cameo-Instrument bekannt. Es treibt hier und da im Laufe eines Songs für ein Riff oder ein Pad herein und wertet die Momente, in denen es zu hören ist, wirklich auf. Es ist eine heikle Balance: Du liebst es, wenn es hereinschwappt, aber zu viel Hammond schmälert seine Wirkung.
Deshalb haben Hammond-Spieler wahrscheinlich einige der schärfsten musikalischen Feinsinnigkeiten (und die größte Zurückhaltung) aller Bandmitglieder. Viele von uns Musikern könnten von der goldenen Regel des Hammond lernen: Weniger ist mehr!
Zu lernen, dass weniger zu spielen, oder mit weniger Komplexität, in der Regel besser klingt, ist etwas, das alle reifen Musiker lernen, aber es ist leicht zu vergessen.
Das Spiel von Organisten wie Billy Preston, „dem fünften Beatle“, und Booker T bei seiner Session-Arbeit mit Stax sollte uns allen als Erinnerung dienen. Abwesenheit lässt die Zuneigung wachsen!
Es gibt sogar einen Organisten namens Ken Lupper, der auf Aretha Franklins Album 'Amazing Grace' ein umwerfendes Hammond-Spiel abliefert, aber ansonsten keine aufgenommenen Werke zu haben scheint. Er nahm die Aussage „Weniger ist mehr“ sehr wörtlich und war vermutlich damit zufrieden, weiter in der Kirche zu grooven.

Das Hammond war eine amerikanische Erfindung, aber es gibt jede Menge Hammond-Pedigree auf der britischen Seite des Atlantiks. Spieler wie Steve Winwood und Jon Lord brachten ihren eigenen Stil in das Instrument ein.
Und in diesem Sinne freuen wir uns, den britischen Hammond-Spieler Joe Glossop als einen unserer MusicGurus willkommen zu heißen. Er hat einen Kurs zusammengestellt, der jedem beibringen soll, wie ein Organist zu spielen und nicht wie ein Pianist, der Orgel spielt. Er behandelt jede Menge Techniken, Stücke und Klänge von Größen wie Booker T, Jimmy Smith und Jimmy McGriff.
Sieh dir Joe im Ausschnitt unten an, wie er einen Steve-Winwood-Hammond-„Moment“ demonstriert, den du sicher schon gehört hast. Und sieh dir den kompletten Kurs hier auf MusicGurus an.
Und denk an diese „Hammond State of Mind“, wenn du das nächste Mal auf der Bühne stehst!



